BSH-Decken im Detail

Holzmassivdecken: Technischer Hintergrund

Auf dieser Seite erfahren Sie alle wichtigen technischen Details von Holzmassiv­decken sowie Einsatz­zwecke und allgemeine Informationen zu Holz­dächern. Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gerne.
BSH_Deckenlement

1. Hintergrund

Decken aus Brettschicht­holz und Wände als Holzrahmen­bau

Obere Geschossdecken aus Holzmassivelementen

Beton ist bei den oberen Geschossen aus statischen Gründen nicht erforderlich. So besteht hier die Option für eine weitere Beschleunigung des Bauprozesses. Kein Wasser und keine Wartezeit sind die besonderen Vorteile für die Holzmassivelemente. Innerhalb weniger Stunden ist die Decke verlegt und unmittelbar vollständig belastbar. Es kann in allen Geschossen weitergearbeitet werden.

Das besondere Bonbon der Holzdecke ist die Raumgestaltung mit sichtbarem Holz. Ohne Einbußen beim Schallschutz (L´n,w ≤ 50 dB) und „feuerhemmend“ im Brandschutz, ist im Wohnungsbau eine Holzdecke eine echte Option und dazu für Bewohner überaus attraktiv. Baufamilien mögen Holz, dieser natürliche Werkstoff passt in die Zeit. Und so steht die sichtbare Holzdecke nicht nur symbolisch für eine energiesparende und moderne Bauweise.

Wände aus Holz im Dachgeschoss

Die Holzbaukonstruktion ist die typische Bauart für Dächer. Allerdings ist der traditionelle Materialübergang vom Mauerwerk zum Holzbau an der Dachkante denkbar ungünstig. Die bautechnischen Anforderungen, die aus diesem Materialwechsel entstehen sind viel einfacher, rationeller und kostengünstiger an der Geschossdecke zu realisieren.

Durch die eingesetzte Technik in den Holzbaubetrieben (CAM) ist es sehr einfach die schrägen Formen des Dachgeschosses herzustellen. Abbundanlagen realisieren den Zuschnitt der Holzkonstruktion vollautomatisch.

Während die unteren Geschosse auf der Baustelle aufgemauert werden, kann in der Werkhalle des Holzbaubetriebes bereits die Produktion der Wände des Dachgeschosses erfolgen, maßgenau und individuell. Wertvolle Zeit wird auf der Baustelle eingespart.

Dachgeschosse baut man heute komplett aus Holz

Bei den nachträglichen Gebäudeaufstockungen hat sich der Holzbau bereits seit vielen Jahren durchgesetzt. Die gesamte Leistungsfähigkeit des Holzbaus wird bei der Erweiterung von Bestandsgebäuden ausgespielt: trockene Bauweise, geringes Gewicht, hohe Geschwindigkeit durch Vorfertigung, rationeller Bauablauf, hohe Flexibilität, Gewährleistung aus einer Hand.Was soll bei der Neuerstellung von Gebäuden anders sein? Wieso sollte man hier auf die vielen Vorteile verzichten? Der einzige Grund ist, dass Baubeteiligte nach gewohnten Prinzipien vorgehen, heißt: Bauverfahren aus dem vorigen Jahrhundert werden aus Gewohnheit noch heute angewendet. Stück für Stück erweitert sich der Holzbau vom Dach zu dem oder den darunterliegenden Geschossen.

Der Baukörper beginnt aus dem Erdreich wachsend mineralisch, zunächst Beton, reicht mit Mauerwerk zu einer der Geschossdecken und findet dort den Übergang zum Holzelementbau.

Sollen die leistungsfähigsten Bauarten verwendet werden, so sei geraten bei der Planung von Gebäuden in Geschossen zu denken. Es ist bautechnisch ein Leichtes an der Geschossdecke die Bauart zu wechseln. So kann es sehr wirtschaftlich sein den Keller aus Beton herzustellen, das Erdgeschoss aus Mauerwerk und das Dachgeschoss mit seinen schrägen Formen aus Holz vorzuelementieren. Dies ist deshalb erfolgversprechend, weil jedes Material genau dort eingesetzt wird, wo seine höchste Leistungsfähigkeit besteht. Für die Geschossdecke gibt es dann zwei Optionen: Stahlbeton oder Holzmassivelemente.

Bauen und das „Schachtelprinzip“

Beobachtet man die Architektur der letzten Jahre, so sind die Formen eher kubisch geworden. Dabei werden die oberen Geschosse häufig zurückgesetzt zu sogenannten „Staffelgeschossen“. Wände stehen nicht mehr übereinander sondern verspringen. Dadurch entstehen Flächen, die als Freisitze genutzt werden. So möchten viele Menschen heute wohnen, Penthousewohnung mit Dachterrasse.

Auch auskragende Geschosse sind keine Seltenheit. Zwei Eigenschaften bringen für die Holzkonstruktion Vorteile: zum einen das geringe Gewicht, das die Decken entlastet, wenn die Wände nicht mehr übereinander stehen. Und zum anderen die wärmedämmende Eigenschaft. Das tragende Holz dämmt und bildet keine Wärmebrücken. Freisitze und Überbauungen sind aus Holz einfach zu realisieren. Die oberen Geschosse von Gebäuden sollten einschließlich Geschossdecke aus Holz gebaut werden.

Dächer aus Holz

Flachdächer sind Nutzdächer. Dachterrassen sollen bequem erreichbar und sicher sein. Dächer werden zukünftig zu begrünen sein. Gründächer haben viele Vorteile, sind Wasserspeicher, verbessern das Mikroklima. Sie bilden die Lebensgrundlage für Insekten und die Vogelwelt, besonders in der Stadt. Beide Nutzungen (Dachterrassen und Gründächer) sind mit einer Holzkonstruktion gut lösbar. Sehr interessante Detaillösungen können umgesetzt werden, die mit Beton einen hohen Aufwand bedeuten würden.

Nachhaltigkeit und öffentliche Förderungen

Gebäude, die z. B. sehr viele Kunststoffe, Beton und Stahl enthalten, haben bereits für die Herstellung dieser Materialien so viel Energie verbraucht, wie ein modernes Gebäude aus Holz zuzüglich mehrerer Jahrzehnte der Nutzung. Dies ist Grund genug für die politische Entscheidung in die öffentlichen Förderungen auch die „graue“ Energie einzubeziehen.

Zukünftig muss z. B. mit einem QNB-Siegel nachgewiesen werden, dass die Herstellungsenergie der Baustoffe bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Wird für ein Dachgeschoss das Material Holz verwendet, kommt man dem Förderziel der tatsächlichen Energieeinsparung ein gutes Stück näher.

2. Technischer Überblick

Technische Details der Holzmassiv­decken

Grundprinzip

Aus dem Holzbau ist für Geschossdecken allseits die Balkenlage bekannt. Eine Konstruktionsform, die auch beim Stahl- und Betonbau typisch ist, es ist die sogenannte Rippenkonstruktion.

Im vergangenen Jahrhundert wurden Rippendecken durch das Flächenbauteil Stahlbeton im Wohnungsbau nahezu vollständig ersetzt. Auch wenn die Holzbalkenlagen nie ganz verdrängt wurde.

Erst mit Beginn dieses Jahrhunderts hat die Holzmassivdecke größere Verbreitung gefunden. Auch sie ist wie der Stahlbeton ein Flächenbauteil.

Holzmassivdecken sind konstruktiv sehr einfach, werden maßgenau vorproduziert und lassen sich leicht in die typischen Wandbauarten integrieren. Allerdings: Das Mauerwerk sollte unterhalb der Holzmassivdecke enden. Oberhalb ist die Wandkonstruktion ebenfalls aus Holz gebaut. Der Holzrahmenbau bzw. Holztafelbau hat sich als rationelle Bauweise bereits etabliert.

Rohstoff Holz

Im deutschsprachigen und europäischen Raum besteht kein Mangel an Holz. Es gilt heute wie schon seit 300 Jahren in Deutschland die nachhaltige Forstwirtschaft. Dies bedeutet, dass mehr Holz nachwächst als geerntet wird. Trotz des hohen Flächenverbrauchs (Siedlungen, Straßen, industriellen Anlagen etc.) legt der Wald immer noch weiter zu.

Schwierigkeiten gibt es in Bezug auf die zunehmenden Unwetterereignisse. Dazu gehören Stürme, die Windwurfholz erzeugen. Dürren, die einen Schädlingsbefall (z. B. Borkenkäfer) nach sich ziehen. Viele Bäume sind betroffen, die eigentlich noch nicht erntereif sind. Dieses Holz muss bevorzugt aus den Wäldern geholt und verwertet werden. Hier leistet die Produktion von Brettern für Holzmassivdecken einen erheblichen Beitrag. Dies ist möglich, weil Bretter recht kleine Formate haben, die aus schwächerem Holz gewonnen werden können. Dazu ist es möglich im Herstellungsprozess geschädigte Bereiche zu identifizieren und herauszukappen.

Eigenschaften & Merkmale

Eine Holzmassivdecke besteht aus Brettlamellen. Hergestellt aus einem Endlosstrang von Brettern, werden sie zu großformatigen Bauteilen verklebt. Der Leimanteil ist gering und liegt bei ?? %. Die Brettlamellen werden nach der Festigkeit sortiert, mögliche minderwertige Bereiche herausgekappt und zu einem Endlosstrang produziert. Dabei werden die Enden der Bretter mit einer sogenannten „Keilzinkenverbindung“ beleimt und gefügt. Die Tragfähigkeit dieser Verbindung ist enorm. Und so ist die statische Schwächung nicht größer als ein natürlicher Ast, der sowieso regelmäßig vorkommt.

Überwiegend wird Nadelholz normaler Festigkeit verwendet. Noch immer ist die Baumart Fichte dominierend. In geringerem Maß werden auch Tanne, Kiefer, Douglasie und Lärche verwendet.

Allesamt gehören sie zu den heimischen Baumarten. Zu erwähnen ist als Laubholz die Buche, die allerdings als Einzige in Form von Furnieren zu Flächenbauteilen verarbeitet wird.

Holzmassivdecken werden in Deutschland als Flächenelemente in drei verschiedenen Arten angeboten:

  • Brettschichtholzdecken (abgeleitet von den Brettstapeldecken)
  • Brettsperrholzdecken (kreuzweise verklebte Brettlagen)
  • Furnierschichtholz aus Buche zumeist als Holz-Beton-Verbunddecken

Von den drei genannten ist die Brettschichtholzdecke am kostengünstigsten zu produzieren.

Vorteile & Nachteile im Vergleich zu anderen Deckensystemen

Es besteht kein Zweifel an der technischen Leistungsfähigkeit einer Betondecke im Wohnungsbau. So kann es hier nicht darum gehen, dies in Frage zu stellen. Vielmehr geht es darum, die Leistungsfähigkeit von Holzmassivdecken bekannt zu machen, weil es mit einer Entwicklungszeit von ca. 20 Jahren eine noch recht junge Bauart ist. Planer und Bauunternehmen sollten sie ganz selbstverständlich in ihren Lösungskatalog aufnehmen. Denn es verspricht Vorteile, die Baufamilien und Investierende zu schätzen wissen (siehe Hintergrund)

Abmessungen / Sortiment

Die Längen der Holzmassivelemente begrenzen sich durch die Transporte von der Produktion zu den Baustellen. Im Standard gilt 13 Meter als Begrenzung üblicher LKWs. Diese kann auf 16 Meter oder in Ausnahmefällen auf 20 Meter erweitert werden.

Brettschichtholzelemente werden in den Dicken 100 bis 240 mm gefertigt. Das Maß der Dicke richtet sich nach der statischen Bemessung (siehe unten). Für den vorbeugenden baulichen Brandschutz kann eine Querschnittszugabe erforderlich sein (siehe unten). Einfluss auf den Schallschutz hat die Dicke der Elemente kaum. Ein Beispiel für eine effiziente schalltechnische Optimierung ist unten beschrieben.

Bei den Breiten von Brettschichtholzelementen kann produktionsbedingt von 300 mm bis 1000 mm ausgegangen werden. Unterschiedliche Faktoren spielen für das Maß einer geeigneten und gewählten Breite mit:

  • bei Sichtdecken der Abstand der Fugen
  • die Breite der Fugen bei Verlegung und nach dem Schwindprozess (siehe oben)
  • eine wirtschaftliche Verlegung durch die Anzahl der Elemente (die Elemente werden einzeln mit dem Kran versetzt)
  • Anzahl der Verbindungen der Elemente untereinander

Das Sortiment sieht zwei unterschiedliche Qualitäten vor. Der Unterschied liegt in der Betrachtung der Unterseite:

  • bekleidete Decke, hier wird das Holz allein auf Tragfähigkeit sortiert (Verfärbungen und geringe Schäden sind möglich), Hobelung begrenzt sich auf das kalibrieren der Dicke, Hobelfehlstellen sind möglich (preisgünstige Ausführung)
  • gehobene Qualität für eine sichtbar bleibende Untersicht. Das Holz wird zusätzlich auf optische Merkmale sortiert, das Hobelbild ist „sauber“
Feuchteverhalten „Schwinden & Quellen“

Die Holzmassivelemente werden für ein Klimabereich der Nutzungsklasse 2 produziert. Dies umfasst eine Luftfeuchte bis 85 %. Der sichere Schutz der Elemente vor flüssigem Wasser ist obligatorisch. Bei Auslieferung kann von einer Holzfeuchte von 12 % ausgegangen werden. Eine Überprüfung der Holzfeuchte gehört für den Abnehmer der Holzmassivelemente zur Wareneingangskontrolle und der Qualitätssicherung. 12 % Holzfeuchte entspricht der Gleichgewichtsfeuchte in einem Umgebungsklima mit der Luftfeuchte von 65 %. Das bedeutet, dass bei der Luftfeuchte von 65 % die Holzfeuchte bei ca. 12 % konstant bleibt. Das wiederum bedeutet, dass sich das Format der Elemente dann nicht ändert, es kein „Schwinden & Quellen“ gibt.

Da die Luftfeuchte sich tatsächlich aber verändert, ergeben sich beim Holz Formatänderungen durch „Schwinden & Quellen“. Die Holzfeuchte passt sich der Luftfeuchte erst allmählich an. Bleibt die Luftfeuchte auf einem neuen Wert konstant, so gleicht sich die Holzfeuchte diesem Wert mit der Zeit an. Das Holz hat bei Feuchteabnahme eine Volumenverkleinerung (Schwindung) oder bei Feuchtezunahme eine Volumenvergrößerung (Quellung).

Wie viel ist das? Bei 85 % Luftfeuchte ergibt sich eine Holzfeuchte von ca. 18 % (Winter, im Außenbereich). Liegt die Luftfeuchte bei 40 % sind es ca. 7,5 % Holzfeuchte (Winter, im beheizten Innenraum normaler Nutzung). Überschlägig können die Werte der folgenden Tabelle entnommen werden. Im Sommer kann im Durchschnitt von einer Luftfeuchte zwischen 50 % und 60 % ausgegangen werden.

Luftfeuchte Holzfeuchte
(ca.-Werte bei 20°C)
40 % 7,5 %
50% 9 %
60 % 11 %
65 % 12 %
70 % 13 %
80 % 16 %
85 % 18 %

Tabelle: Holzgleichgewichtsfeuchte für Nadelholz bei unterschiedlichen Luftfeuchten

Um nun die Formatänderungen der Holzmassivelemente zu beurteilen, muss die Schwindverformung bei Abnahme der Holzfeuchte sowie die Quellverformung bei Zunahme der Holzfeuchte beurteilt werden. Die folgende Tabelle gibt Werte an, die auf 1 % Holzfeuchteänderung bezogen werden.
Bauart der Holzmassiv­elemente in Längs­richtung
je Meter
in Quer­richtung
je Meter
in der Dicke
je 10 cm
Brettschichtholz 0,1 mm 2,0 mm 0,3 mm
Brettsperrholz 0,1 mm 0,1 mm 0,2 mm
Tabelle: Maßänderungen von Holzmassivelementen je 1 % Holzfeuchteänderung (ca.-Werte)

Im Zuge der Planung ist zu beurteilen, welchen Luftfeuchteänderungen das eingesetzte Bauteil unterliegt. Die Fugenausbildung der Elemente ist danach entsprechend vorzugeben. Dabei sind relevant:

  • Holzfeuchte bei Lieferung
  • maximale Luftfeuchte während der Bauphase
  • minimale Luftfeuchte im späteren Nutzungszustand

Für Brettschichtholzelemente kann dies bedeuten, dass die Elementbreite zu begrenzen ist, um eine mögliche Verformung auf eine größere Anzahl von Fugen zu verteilen. Außerdem kann eine Verlegung der Elemente mit Fuge sinnvoll sein, um eine Quellverformung des einzelnen Elementes zu ermöglichen.

Wichtig: Im Unterschied zu anderen Materialien hat Holz keine thermischen Dehnungen und auch Korrosion spielt keine Rolle. Die eingesetzten Leime sind diesbezüglich ebenfalls vollständig unempfindlich. Die eingesetzten Verbindungsmittel werden bezüglich der Korrosion entsprechend den Klimabedingungen ausgewählt (Nutzungsklassen). Dafür werden Verbindungsmittel für die Korrosivitätskategorien C1 bis C5 angeboten.

Informationen zur Bemessung

Die Bemessung von Holzmassivelementen ist simpel und kann mit den einfachen Bemessungsprogrammen der Tragwerksplanung erledigt werden. Brettschichtholzelemente werden üblicherweise aus Holz normaler Festigkeit produziert (Festigkeitsklasse C24). Entsprechende charakteristische Festigkeits- und Steifigkeitswerte können den Tabellenwerken der Normen entnommen werden. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick mit welchen Elementdicken kalkuliert werden kann. Dabei sind die Werte auf volle 2 cm aufgerundet, was der üblichen Produktion entspricht.

Spannweite von Auflager zu Auflager Dicke bei
Einfeldträgern
Dicke bei Zweifeldträgern
3,5 m 100 mm 100 mm
4,0 m 120 mm 120 mm
4,5 m 140 mm 120 mm
5,0 160 mm 140 mm
5,5 m 200 mm 160 mm
6,0 m 220 mm 200 mm

Tabelle: Dicke von Brettschichtholzelementen (aufgerundet) der Festigkeitsklasse C24 bei einer Verkehrslast von 1,5 KN/m², Zementestrich mit d = 5 cm und einer leichten Unterdecke. Der Lastfall „Schwingung“ wurde berücksichtigt.

Brettsperrholzelemente haben unterschiedliche Konstruktionsaufbauten und werden nach allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der Hersteller geregelt. Deren Werte können von denen der Festigkeitsklasse C24 abweichen.

Brandschutz

Holzmassivdecken können unterseitig sichtbar bleiben, auch wenn Brandschutzanforderungen bestehen. Bis zur Gebäudeklasse 3 gilt im Allgemeinen die Anforderung „feuerhemmend“, das bedeutet eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten. Im Brandfall bildet das Holz eine Verkohlungsschicht.

Bei Nadelholz darf mit einem Abbrand von 0,65 mm pro Minute gerechnet werden, so dass sich innerhalb von 30 Minuten ein Abbrand von maximal 20 mm ergibt. Wird also zum statisch erforderlichen Querschnitt 20 mm Dicke zugegeben, so gilt der Nachweis „feuerhemmend“ als erfüllt.

Eine zweite Möglichkeit ist die Bemessung für den Brandfall nach Eurocode 5 (DIN EN 1995). Hier ergeben sich günstigere Querschnitte, weil z. B. der Lastfall „Schwingung“ unberücksichtigt bleiben kann.

Schallschutz

Holzmassivdecken werden für die Anforderungen „Wohnungstrenndecke“ (L´n,w ≤ 50 dB) optimiert. Unterdecken sind dazu nicht erforderlich und würden auch nur dann eine Verbesserung bringen, wenn die Abhängehöhe mindestens 200 mm betragen würde. Somit erfolgt die Ertüchtigung auf der Oberseite. Bewährt hat sich zum Beispiel dieser mehrlagige Aufbau:

  • elastisch gebundene Schüttung mit der Dicke von mindestens 60 mm und dem Flächengewicht von mindestens 90 kg/m². In dieser Ebene dürfen begrenzt Installationen geführt werden.
  • Trittschalldämmung aus Mineralwolle, Dicke 40 mm, dynamische Steifigkeit s´≤ 7 MN/m². Randdämmstreifen am Zementestrich und den Oberbelägen in vergleichbarer Qualität in brückenfreier Verlegung
  • Zementestrich nach DIN 18560 mit der Dicke von mindestens 50 mm und dem Flächengewicht von mindestens 120 kg/m²
Der geschilderte Aufbau berücksichtigt im Unterschied zu anderen Baulösungen die Schallübertragung ebenfalls im tieffrequenten Bereich. So werden Gehgeräusche zuverlässig und hörbar abgemindert.

3. Einsatzzwecke

Grundkonzept und Gebäudearten

Grundkonzept des Bauens

Unterschieden werden die vertikalen Bauteile eines Gebäudes von den Horizontalen. An horizontale Bauteile werden verschiedene Anforderungen gestellt und so ergeben sich auch unterschiedliche Präferenzen für die zur Verfügung stehenden Materialien.

Sollen Flächenbauteile eingesetzt werden, so können Rippenkonstruktionen (z. B. Stahlträger, Holzbalken) zunächst aus der Betrachtung gelassen werden. Als Flächenbauteile für horizontale Bauteile eines Gebäudes kommen Stahlbeton und Holzmassivelemente in Frage. Wie lassen sich die horizontalen Bauteile gliedern? Welche Bauart gilt als sinnvoll einsetzbar?

Bei Wänden von Gebäuden gilt, dass die unteren Geschosse aus Mauerwerk erstellt werden können. Der Wechsel zum Holzbau findet in Höhe einer beliebigen Geschossdecke statt. Die Wahl wird pragmatisch nach den Anforderungen getroffen, wie sie in den Ausführungen bereits besprochen wurden. Spätestens zum Dachgeschoss sollte der Wechsel erfolgen, wenn:

  • Wände unter geneigten Dächern enden
  • Geschosse eingerückt werden (Staffelgeschoss)
  • auskragende Geschosse geplant werden
Bereich Material
Kellersohlplatte Stahlbeton
Kellerdecke Stahlbeton, seltener Holz
Sohlplatte von Gebäuden ohne Keller Stahlbeton
Bodenplatte von aufgeständerten Gebäuden Holz
Geschossdecken von „Normalgeschossen“ Stahlbeton und zunehmend Holz
Geschossdecken unter Staffelgeschossen Stahlbeton und zunehmend Holz
auskragende Geschossdecken Stahlbeton und zunehmend Holz
Decken unter Dachterrassen Stahlbeton und zunehmend Holz
Gründächer mit Dachüberstand Holz
Dächer mit Abdichtungen Stahlbeton und zunehmend Holz
Oberhalb einer Geschossdecke aus Holz ist die Wandkonstruktion zwingend aus Holz herzustellen. Dies wird üblicherweise in der Holzrahmenbauart realisiert. Es kann allerdings auch Gründe geben Brettsperrholzelemente als Wandbauteile zu verwenden.
Schallschutz
Schallschutz
Brandschutz vorher

Brandschutz vorher

Brandschutz nachher

Brandschutz nachher

Gebäudeart

1. Ein- und Zweifamilienhaus

Seit etwa 100 Jahren werden bei diesen Gebäuden setzungssichere Gründungen aus Stahlbeton hergestellt. Heute eine Selbstverständlichkeit. Zuvor war es notwendig die tragenden Wände aus Holzfachwerk herzustellen, um die Setzungen im Baugrund schadlos aufzunehmen. Ein Mauerwerk hätte hier nicht ausgereicht. Auf Stahlbetongründungen hat es sich in Deutschland etabliert, alle Wände aus Mauerwerk bis zur Dachkante herzustellen. Dies ist in den Ländern Nordeuropas und Nordamerikas keineswegs der Fall. Hier ist bis heute die Holzrahmenkonstruktion vorherrschend.

In Deutschland hat sich die Holzrahmenbauweise für die Wände von Ein- und Zweifamilienhäuser wieder einen erheblichen Anteil erobert. Gründe sind die mittlerweile hohen Anforderungen an den Wärmeschutz und nicht zu vergessen die Forderung, dass das Bauen selbst einen Beitrag zur CO2-Einsparung zu leisten hat. Dazu der Wunsch vieler Baufamilien mit natürlichen Materialien zu arbeiten und das viele Wasser im Bau vermeiden zu wollen. Da ist Holz als nachwachsender Rohstoff bei Vielen ganz oben auf der Wunschliste. Ein weiterer Vorteil wird in der rationellen Vorfertigung mit kurzen Bauzeiten erkannt.

Unabhängig davon, ob das untere Geschoss aus Mauerwerk erstellt wird, sollten den Baufamilien die Vorzüge einer Holzmassivdecke gezeigt werden. Dies versteht sich als Wahloption zum Stahlbeton. Dazu kommen die technischen Vorteile, zumindest das Dachgeschoss aus Holz zu bauen.

Holzhaus
Mehrfamilienhaus (mehrgeschossig)

Werden Mehrfamilienhäuser konzipiert, geht die Planung vornehmlich nach wirtschaftlichen Kriterien vor. Erkennbar ist, dass für die obersten Geschosse dieser Gebäude der Holzbau starke Zuwächse verzeichnet. Gerade für Eigentumswohnungen können Holzmassivdecken den Wert einer Wohnung erheblich steigern. Erwerber wissen es zu schätzen, wenn bei Gebäuden auch die Nachhaltigkeit bei der Konzeption eine bedeutende Rolle gespielt hat.

Als Kennzeichen der heutigen Betrachtungen aus dem Klimaschutz ist die CO2-Einsparung bei den eingesetzten Baustoffen sehr wichtig geworden. Als Symbol der verantwortlichen Planung bleibt die Holzmassivdecke mit ihrer natürlichen und reizvollen Oberfläche im Raum sichtbar. Für Nutzende trägt es zur Identifikation bei. Dabei werden die Anforderungen an den Brandschutz (feuerhemmend) und an den Schallschutz (Wohnungstrenndecke) selbstverständlich erfüllt.

Objektbau (z. B. Büros)

Die Verantwortlichen von Unternehmen formulieren mit Ihren Mitarbeitenden immer häufiger Leitbilder, die weit über die Handlungsfelder des Unternehmens hinaus reichen können. Teil davon ist das Arbeitsumfeld und auch die Verantwortung der Unternehmen in der Gesellschaft. Auf die verwendeten Gebäude bezogen bedeutet dies, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Dies spricht für die bewusste Entscheidung für das Baumaterial Holz. Gleichsam wird hierin die Chance verstanden, Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern. Auch dies wird in Bezug auf den Baustoff Holz als zutreffend beantwortet.

Bei Kindergärten wird der Baustoff Holz im hohen Maße für die sichtbare Konstruktion eingesetzt. Dies wird unter anderem mit dem positiven Einfluss auf die Gruppe und die Kinder im Einzelnen beantwortet. Scheinbar funktioniert der Abnabelungsprozess vom Elternhaus dann besser, wenn sich die Kinder wohl fühlen. Das Gebäude scheint einen Beitrag leisten zu können. Gleichwohl sei hier angemerkt, dass auch Schüler eine wohlige Lernatmosphäre schätzen würden. Es ist ein Geheimnis der Politik, warum bei Schulen und anderen Bildungsbauten diese Priorität offensichtlich als geringer eingestuft wurde. Schulen wurden weitaus seltener mit einer tragenden Konstruktion aus Holz gebaut.